ist Mediengestalter, Webworker und aus Bad Blankenburg.
Kategorie: Mediengestaltertum| Photoshop
24 Feb 2009
Für viele Screendesigner ist Photoshop das Maß aller Dinge um pixelgenau und zuverlässig Gestaltungsentwürfe für Kunden anzufertigen. Wer also bereits über die Konzeptphase und den Rohentwurf gegangen ist und sich somit kurz vor der Reinzeichnung seines Designs befindet steht oft vor der Frage wie die zu verwendenden Schriften aussehen sollen. Hierbei soll es nicht um die Wahl der Schriftart und deren Schnitt gehen, sondern ob man seine Schriften in Photoshop mit oder ohne Glättung darstellen lassen soll und wie man dazu passend das automatische Kerning nutz.Die Grundlagen
Photoshop besitzt innerhalb seines Zeichenwerkzeugs zwei mächtige Tools die entscheidend sind für die spätere Darstellung der Schrift im Screendesign. Die Erste und wichtigste ist die so genannte Glättungsmethode. Diese Einstellung veranlasst Photoshop die Schriften mit einem entsprechenden Antialiasing (Kantenglättung) zu versehen sodass anstatt roher Pixel geglättete Kanten und Kurven zu sehen sind ohne den bekannten “Treppchen”-Effekt. Zur Auswahl stehen uns in Photoshop 5 Modi – Ohne, Scharf, Schärfer, Stark und Abrunden. Die letzten beiden sind für das allgemeine Schriftbild im Screendesign eher uninteressant können aber für grafisch eingesetzte Texte wichtig sein.
Die Abbildungsqualität

Hier sehen wir die 3 wichtigsten Modi (v.l.n.r. Ohne, Scharf, Schärfer) am Beispiel des Buchstaben a in Arial in 12px Schriftgröße. Auf den ersten Blick erkennt man deutliche Unterschiede bei der Darstellung der einzelnen Zeichen. Im Modus Ohne wird der Buchstabe in seiner Bitmapschrift dargestellt, sprich gerastert und ohne Glättung. Im Modus Scharf findet bereits eine Glättung statt ohne jedoch den Kontrast der Glättung an das Schriftbild anzupassen. Besonders negativ fällt hier bei die deutliche Verdickung der Punze im a auf. Die beste geglättete Darstellung bildet in diesem Beispiel der Modus Schärfer, entsprechend der Glättung ist hierbei auch der Kontrast innerhalb des Striches angeglichen und die natürliche Schriftwirkung bleibt erhalten.
Die Qual der Wahl – “Ohne” oder “Schärfer”?
Nachdem der Modus Scharf aufgrund seiner schlechten Glättungsleistung entfällt, stehen wir nun vor der Wahl ob wir unsere Schrift im Modus Ohne belassen oder Schärfer darstellen lassen wollen. Prinzipiell ist beides möglich unter folgenden Gesichtspunkten. Alle modernen Betriebssysteme (Microsoft Windows Vista, Apple Mac OS X) glätten von Haus alle dargestellten Schriften innerhalb ihres Systems, dies soll eine bessere Lesbarkeit bewirken und das Schriftbild dem Print angleichen. Dies spräche also für den Modus Schärfer. Man sollte aber auch bedenken das es noch eine sehr große Menge an Usern gibt die sich mit älteren System im Netz bewegen bei denen standardmäßig keine Schriftenglättung aktiviert ist (z.B. Windows XP). Diese User sind es demzufolge gewohnt von gerasterten Bitmapschriften im Netz begleitet zu werden. Unter diesem Aspekt spräche also alles für den Modus Ohne. Letzten Endes ist es an diesem Punkt jedem freigestellt für welchen Glättungsmodus er sich entscheidet. Ich bevorzuge den Modus Ohne da diese Art der Darstellung für mich den größten gemeinsamen Nenner darstellt da die meisten Kunden unserer Branche meist noch mit XP arbeiten und somit das nicht geglättete Schriftbild gewohnt sind. Auch besteht bei der gerasterten Darstellung keine Verwechselungsgefahr zu Printprodukten. Gerade ab 10px und kleiner sind geglättete Schriften im Web nämlich kaum noch lesbar und werden auch von den meisten Browsern automatisch ohne Glättung gerastert.
Kerning
Zum Abschluss möchte ich noch kurz auf das automatische Kerning zu sprechen kommen. Diese Einstellung für den einzelnen Zeichenabstand (Kerning) sollte davon abhängig gemacht werden ob man mit oder ohne Glättung (wie oben beschrieben) arbeitet. Verwendet man die Schriftenglättung sollte man das automatische Kerning “Metrisch” oder “Optisch” unbedingt aktivieren um zu gewährleisten das das Schriftbild, vor allem bei Fließtext gleichmäßig bleibt und nicht ausfranst. Verwendet man jedoch keine Schriftglättung ist es ratsam das Kerning zu deaktivieren indem man den Zeichenabstand auf 0 zu setzt.
Fazit
Mit den Glättungsoptionen und dem automatischen Kerning liefert uns Photoshop zwei wichtige Werkzeuge zur korrekten und natürlichen Darstellung am Monitor unserer Fließtexte und Überschriften, die wenn sie richtig eingesetzt werden dem Kunden nicht nur zeigen wie sehr man sein Fach versteht sondern kann Ihm auch eine konkrete Vision seiner neuen Webseite geben.
Deine Meinung
Erzähl mir wie du die Glättungsoptionen in Photoshop nutzt und welches deine favorisierte Einstellung ist, schreibe hierzu einfach deinen Kommentar zu diesem Beitrag.
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Ich heiße Martin Melcher komme aus dem schönen Bad Blankenburg in Thüringen und bin ausgebildeter Mediengestalter. Ich schreibe über HTML, Dinge die man als Mediengestalter so braucht und mag und natürlich über Photoshop. Dazu aber auf der linken Seite mehr.
1 Antwort zu Schriftglättungseinstellungen und Kerning für Screendesigner
@misterhonk
24.02.2009 um 15:59
Frisch gebloggt: Schriftglättungseinstellungen und Kerning für Screendesigner http://tinyurl.com/cj6you