FAQ: Wieviel kostet eine Webseite?

Kategorie: Kolumne|Mediengestaltertum

25 Feb 2009

internet-boxDiese Frage ist eine der meist gestellten Fragen in meinem Beruf. Denn leider ist eine Webseite für die meisten Menschen immer noch etwas sehr abstraktes, das sie zwar kennen und bedienen können und noch lange nicht verstanden haben. Die meisten Webdesigner würden auf diese Frage vermutlich sagen “Kommt darauf an” und bringen anschließend jede Menge Argumente in denen Worte wie Screendesign, Content-Management, Server-Technologien, Software, Usability, SEO usw.  auftauchen. Viele Menschen schalten in diesem Moment automatisch ab. Sie wollen keine Fachtermini hören sondern eine konkrete Zahl. Man erwartet schlicht und einfach das eine Webseite ein Produkt ist welches in einem Karton steckt an dem ein Preisschild haftet.

Doch was soll man antworten? Vor einiger Zeit habe ich vermutlich die beste Antwort hierfür gehört. Wenn also demnächst wieder jemand fragt wie viel eine Webseite kostet antworte doch mal “Soviel wie ein Auto.” und du wirst in aller Regel als nächste Frage hören “Was für ein Auto?”. Objekte wie Autos sind für die meisten Menschen greifbarer und das Verständnis über Wert und Leistung ist ausgeprägter.

Webseiten sind wie Autos. Es gibt kleine und praktische die dafür hergestellt wurden einfache Aufgaben zu bewerkstelligen und geringe Kosten verursachen, aber auch Große die zahlreichen Aufgabe beherrschen und mit jeder Menge Einstellmöglichkeiten und Extras eine Maximum an Effizienz und Komfort für gutes Geld erreichen sollen bei gemäßigten Kosten. Natürlich gibt es auch Prestige Objekte die nur so vor Luxus und Design strotzen, aber letzten Endes nur dem Zweck einer pompösen Präsentation dienen und für die meisten Menschen keinen weiteren Nutzen haben. Und zu guter letzt gibt es die Forschungsobjekte, die Showcases, Objekte die die Zukunft weisen und den Leuten zeigen was in wenigen Jahren zum Standard gehören wird. Die Kosten und Aufwendungen hierfür sind natürlich exorbitant, aber nur durch diese umgesetzten Visionen ist es Möglich das sich die komplette Industrie weiterentwickelt und neue Standards etabliert werden können.

Es ist also nicht so einfach einen Preis für etwas so abstraktes wie eine Webseite aus der Hüfte sagen kann. Um eine seriöse Preisaussage geben zu können bedarf es immer eines guten Beratungsgesprächs in dem man sachlich auf eben jene Dinge eingeht die sich um die Entwicklung einer Webseite bewegen und mithilfe einer Analyse von Kosten, Nutzen und Bedarf das richtige Paket für seinen Kunden schnürt.

Abschließend möchte ich noch anmerken das man mit der Auto-Antwort lieber Freunden und Bekannten sein Handwerk erklären sollte. Einem potenziellen Kunden würde diese Antwort vermutlich unseriös und plump vorkommen und man hätte sich selbst Steine in den Weg gelegt um mit dem Kunden ins Geschäft zu kommen.

Keine verwandten Artikel.

3 Antworten zu FAQ: Wieviel kostet eine Webseite?

Avatar

@misterhonk

25.02.2009 um 13:12

Frisch gebloggt – FAQ: Wieviel kostet eine Webseite? http://tinyurl.com/adqgrx

Avatar

Thomas

26.02.2009 um 08:23

Der Vergleich mit dem Auto ist sehr gut.
Vielmehr sollte man bei Kunden einfach erstellte Produkte zeigen und sagen, das hat sich in dem finanziellen Rahmen bewegt. Sag mir was du genau willst und ich versuche dir den Preis zu sagen.

Avatar

Martin

26.02.2009 um 10:31

Ich denke dem Kunden anhand von fertigen Produkten ggf. anderen Kundenprojekten konkrete Preise zu nennen wäre denke ich schon etwas bedenklich. Es besteht vielleicht sogar die Gefahr das der Kunde sagt das er genau das haben will zu dem Preis wie man es ihm eben gezeigt hat. Ich denke ein gutes modulares Preissystem in dem man je nach Leistung einen kleinen Betrag der Summe hinzufügt ist da verständlicher, so dass sich der Kunde sein Produkt im Gespräch quasi selbst konfigurieren kann.

Kommentar schreiben

Willkommen

Ich heiße Martin Melcher komme aus dem schönen Bad Blankenburg in Thüringen und bin ausgebildeter Mediengestalter. Ich schreibe über HTML, Dinge die man als Mediengestalter so braucht und mag und natürlich über Photoshop. Dazu aber auf der linken Seite mehr.